Siemens Gamesa Renewable Energy startet Produktion in Cuxhaven

Interview mit Dr. Marc Becker, Geschäftsführer der Siemens Wind Power GmbH & Co. KG

Copyright: Siemens Wind Power GmbH & Co. KGHerr Dr. Becker, die Fertigung im neuen Werk von Siemens Gamesa Renewable Energy ist planmäßig Mitte 2017 gestartet. Wie verläuft der Anlauf der Fertigung? Wie lange dauert es genau, eine Turbine zu bauen und wohin gehen die ersten in Cuxhaven produzierten Turbinen?

In der Offshore-Wind-Produktionsstätte in Cuxhaven produzieren wir die Maschinenhäuser, auch Gondeln genannt, für die Turbinen der 7-8 Megawatt-Klasse. An drei Fertigungslinien montieren wir das Gondelrückteil, den Generator und die Nabe. Zum Schluss kommt die Endmontage, auch „Marriage“ (Hochzeit) genannt; dort fügen wir die drei Hauptkomponenten zu fertigen Maschinenhäusern zusammen. Im Juli haben wir damit begonnen, die Generatoren zu fertigen. Die Hochlaufphase der Fertigung geht bis ins Frühjahr 2018. Das erste Maschinenhaus wird im Januar fertiggestellt sein. Im März werden wir die ersten Maschinenhäuser für das belgische Windkraftwerk „Rentel“ liefern, das sich im Bau befindet. Derzeit bauen wir noch die Produktionsstände im Werk auf, an denen die einzelnen Komponenten des Maschinenhauses gefertigt werden. Die Durchlaufzeit für ein Maschinenhaus wird in Zukunft also noch mal deutlich kürzer sein, als heute.

Wie viele Schiffe werden regelmäßig für den Transport von und nach Cuxhaven eingesetzt und wie genau verläuft die Logistik von und zum Werk? Welche Unternehmen in Cuxhaven werden hieran beteiligt sein?

Für die Lieferung zum Werk setzen wir auf Lieferanten aus ganz Europa, teilweise auch aus der ganzen Welt. Die innerbetriebliche Logistik übernimmt Stute Logistics. Sind die Maschinenhäuser fertiggestellt und sollen verschifft werden, nimmt sie das Frachtschiff „Rotra Vente“ über die Ro/Ro-Rampe auf. Ro/Ro steht für Roll-on/Roll-off. Schwere Transportgüter können mit diesem Verfahren direkt auf Transportschiffe geladen werden, ohne einen Kran zu verwenden. Die „Rotra Vente“ wurde speziell für die bis zu 350 Tonnen schweren Maschinenhäuser entwickelt und wird von unserem Partner Deugro betrieben. Pro Fahrt kann sie bis zu acht Stück dieser „Wind-Riesen“ aufnehmen. Von Cuxhaven aus werden sie zu verschiedenen Installationshäfen in der Nord- und Ostsee geliefert. Und von dort aus gehen sie direkt zum Offshore-Windkraftwerk.

Sie waren in den letzten Monaten ja sicherlich öfter in Cuxhaven: Was verbinden Sie mit der Stadt und was wünschen Sie den neuen Siemens Gamesa Renewable Energy-Mitarbeitern, die dort leben und arbeiten werden?

Für mich steht Cuxhaven vor allem für Wind, Wetter und das Meer – die Offshore-Windkraft ja erst möglich machen. Cuxhaven hat viel zu bieten: Sei es das traditionelle Duhner Wattrennen oder das „Deichbrand“-Festival, das Rock- und Hip-Hop-Fans aus ganz Deutschland anzieht. Allen Siemens Gamesa-Mitarbeitern, die neu nach Cuxhaven ziehen, wünsche ich einen guten Start. Ich bin mir sicher, dass sie sich schnell einleben werden! Zu den alteingesessenen Cuxhavenern sage ich „Moin, Moin!“ und wünsche ihrer schönen Stadt weiterhin „Aufwind“ durch die Offshore-Windenergie.

 

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