„Route zwischen Cuxhaven und Immingham um 15 Prozent erhöht“

Interview mit Marcus Braue, Niederlassungsleiter Cuxhaven bei DFDS Germany

 

Copyright: DFDS A/SHerr Braue, Mitte Februar ist die neue Lkw-Fähre „Gardenia Seaways“ der DFDS in Flensburg vom Stapel gelaufen. Welche Neuheiten bringt diese zusätzliche Fähre für die Rotterdam-Immingham-Fährverbindung und kann hiervon auch Cuxhaven profitieren?

Aus Cuxhavener Sicht sind wir derzeit mit der eingesetzten Tonnage in Bezug auf die Kapazität und die Zuverlässigkeit sehr zufrieden. Wenn es aufgrund der Neubauten jedoch zu einer Rotation von Schiffen innerhalb des Netzwerkes kommt, was nicht unwahrscheinlich ist, erwarten wir momentan für unsere Kunden keine größeren Veränderungen.

Ebenfalls bekannt gegeben wurde die Flottenmodernisierung der DFDS-Passagierschiffe bis März 2017 für 5 Millionen Euro. Ist eine ähnliche Modernisierung auch für die Fährflotte geplant?

Die Frachtflotte wird durch Neubauten erneuert. Nachdem im Mai dieses Jahres die „Gardenia Seaways“ geliefert wird, erwarten wir von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft eine weitere RoRo-Fähre im September 2017. In 2019 kommen dann zwei weitere Neubauten, die über eine Kapazität von 6.700 LM verfügen und damit die mit Abstand größten RoRo-Frachtschiffe innerhalb der DFDS sein werden.

Laut vorläufigen veröffentlichten Zahlen gab es für das Unternehmen 2016 das beste Betriebsergebnis seit 150 Jahren. Welchen Beitrag haben die deutschen Standorte, speziell Cuxhaven, hierzu geleistet? Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für den Betrieb in diesem Jahr und wird Ihr Geschäft durch die Inbetriebnahme des Siemens-Werks beeinflusst?

Alle deutschen Niederlassungen haben ihren Beitrag zu dem sehr guten Ergebnis geleistet, aber wir kommentieren nicht die Resultate einzelner Aktivitäten. Was wir berichten können ist, dass das Volumen auf der Route zwischen Cuxhaven und Immingham um 15 Prozent erhöht wurde und mit dieser Entwicklung sind wir sehr zufrieden.

In Bezug auf die neue Produktionsstätte von Siemens untersuchen wir derzeit unsere Möglichkeiten, die drei Orte des Herstellers in Cuxhaven, Esbjerg und Hull zu verbinden, entweder über unser bestehendes RoRo-Netzwerk oder auch über maßgeschneiderte Lösungen basierend auf unterschiedlichen Materialflüssen.

Für 2017 soll die Digitalisierung im Fokus stehen. Gibt es hier auch Ansätze, diese im Fährbereich zu integrieren?

Die Digitalisierung ist auch in unserem Unternehmen eines der Hauptthemen in den kommenden Jahren. Da wir unsere Dienstleistungen und Produkte auf verschiedenen Ebenen im Frachtgeschäft und, nicht zu vergessen, auch über unsere Passagierabteilung an den Endkunden anbieten, sind die Herausforderungen und Möglichkeiten äußerst unterschiedlich. In unserer Zentrale in Kopenhagen haben wir unsere Organisation entsprechend angepasst, zum Beispiel durch die Aufstockung der IT-Ressourcen. Zudem führen wir verschiedene Projekte in unterschiedlichen Bereichen durch, um uns kontinuierlich zu verbessern und den hohen Ansprüchen unserer Kundschaft gerecht zu werden.

Für unsere Verbindung zwischen Cuxhaven und Immingham bieten wir bereits digitale Dienste an, wie beispielsweise ein Nachverfolgungssystem, sogenanntes Track & Trace für verschiedene Frachtarten. Jedoch steht es außer Frage, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern wie etwa unserem Terminalbetreiber Cuxport die Möglichkeiten der digitalen Welt erkennen und umsetzen werden, um im Wettbewerb mit anderen Routen, zum Beispiel nach England, auch zukünftig zu bestehen.

 

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