„Cuxhaven als Stadt am ‚Tor zur Welt‘“

Interview mit Norbert Plambeck, Geschäftsführer Plambeck Holding GmbH

Norbert Plambeck, Plambeck Holding GmbHHerr Plambeck, mit dem „Alter Fischereihafen“ hat die Plambeck Holding kurz vor Weihnachten ein großes Projekt in die Hand genommen. Bitte skizzieren Sie für unsere Leser in groben Zügen, wie der Projektplan inhaltlich und zeitlich aussieht.

Wir haben bereits begonnen, den Bestand zu analysieren und uns mit den Mietern im Bestand über die gemeinsame Zukunft auszutauschen. Unser Ziel ist, die Bestandsimmobilien baldmöglichst zu optimieren, wo nötig zu sanieren und, wo möglich, einer höherwertigeren Nutzung zuzuführen. Parallel führen wir Gespräche mit interessierten Neumietern und Interessenten für Neubauten. Es besteht großes Interesse und wir werden alles daransetzen, den im Moment noch großen Leerstand zu reduzieren und mittelfristig durch attraktive Neubauten zu ergänzen. So werden wir wieder mehr Leben in den Hafen bringen.

Der „Alte Fischereihafen“ hat für viele Cuxhavener eine starke historische und damit auch emotionale Bedeutung. Wie gelingt es Ihnen, Anforderungen an die Projekt-Rentabilität mit den Wünschen nach Bewahrung/Schutz der heutigen Infrastruktur und Nutzung übereinander zu bringen?

Eine Rentabilität wird sich nur durch ein schlüssiges Nutzungskonzept realisieren lassen. Ohne ein solches Konzept für Neu- und Altmieter werden wir nicht die notwendigen Mieteinnahmen erzielen, das heißt die Einzelnutzungen müssen zueinander passen. Der „Alte Fischereihafen“ soll sich künftig als Gesamtensemble präsentieren und den gewerblichen Nutzern, Gästen und Cuxhavenern bestmöglich gefallen. Um dieses Ziel zu erreichen, führen wir viele Gespräche und werden, wie angekündigt, die Öffentlichkeit in Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik beteiligen.

Laufen aktuell bereits Vorbereitungen für Um- und Neubau der Hafenanalagen und welche Perspektiven bietet das Projekt für die Cuxhavener (Hafen-)Wirtschaft?

Die Planungen für die notwendige Kaimauersanierung, die wir durch die Tiefgaragenidee mit dem Verkehrskonzept eng verknüpfen, laufen auf vollen Touren. Klar ist, es bleibt ein gewerblich genutzter Hafen. Wir bieten jetzt im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten Liegeplätze an. Künftig werden wir wieder mehr Möglichkeiten bieten, den Hafen auch von der Wasserseite her zu nutzen. Nur ein belebter Hafen ist am Ende auch für Gäste und Cuxhavener interessant. Im „Alten Fischereihafen“ wird kein Zaun gebaut werden; der „Alte Fischereihafen“ wird auch künftig für jedermann zugänglich sein.

Auch auf Helgoland erweitert Plambeck – vertreten durch die Plambeck ContraCon GmbH – den Südhafen durch ein neues Passagier- und Frachtterminal. Welche Vorteile ergeben sich für Tourismus sowie Hafenwirtschaft durch dieses Projekt?

Das Südhafenterminal auf Helgoland soll sowohl für den Frachtverkehr als auch den Personenverkehr genutzt werden. Hauptmieter wird die Gemeinde Helgoland sein. Darüber hinaus verhandeln wir mit den beiden Helgoland anlaufenden Reedereien. Auch die Plambeck ContraCon wird künftig dort ihren Sitz haben. Vorteile sowohl für den Tourismus als auch für die Hafenwirtschaft bringt das Projekt schon durch seine günstige Lage.

Welche weiteren Cuxhavener Projekte liegen für Plambeck in der Pipeline und welche Bedeutung haben solche lokalen Projekte für Sie als Cuxhavener Unternehmer?

Insbesondere in Verbindung mit dem „Alten Fischereihafen“ sehen wir die Chance, Cuxhavens Angebote im Tourismus besser als Paket vermarkten zu können. Cuxhaven wieder von der Wasserseite zugänglich zu machen, ist ein zentrales Ziel. Wenn es gelingt, Cuxhaven als Stadt am „Tor zur Welt“ mehr in den Focus der Kreuzfahrtbranche zu bringen, partizipieren neben dem „Alten Fischereihafen“ auch andere Bereiche Cuxhavens und viele Attraktionen in Cuxhaven und Umgebung.
Die Kurbereiche Döse und Duhnen würden wir gerne durch Barkassen mit dem „Alten Fischereihafen“ und anderen Hafenteilen, so wie früher schon mal, verbinden. Dazu würde sich der Bauhafen an der Kugelbake anbieten.

 

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