Hafen trifft Festland: Cuxhaven präsentiert sich im Hinterland

Interview mit Roland Schneider, Standortmanager Cuxhaven der Seaports of Niedersachsen und Leiter Business Development Cuxport GmbH

Roland Schneider - image by CuxportHerr Schneider, wie haben Sie als Teilnehmer die Veranstaltungsreihe „Hafen trifft Festland“ der Seaports of Niedersachsen erlebt? Welche Eindrücke und neue Kontakte konnten Sie gewinnen?

Seaports of Niedersachsen hat die Hafenstandorte im Rahmen der Veranstaltungen anhand der Güterstruktur vorgestellt statt Standort-basiert. Es ging also direkt um die Produkte, was für die Verladende Wirtschaft sicherlich anschaulicher ist. Als Teilnehmer aller drei Veranstaltungen in Köln, Bielefeld und Dresden habe ich diese als positiv wahrgenommen. In Köln gestaltet sich die Platzierung von Angeboten aus Cuxhaven zwar etwas schwieriger, da die Güter aus dem Rheinland traditionell gen ARA-Häfen laufen. Aber auch hier gab es interessante Gespräche. Bielefeld und das Gebiet Ostwestfalen-Lippe gehören deutlich zum Hinterlandgebiet der niedersächsischen Seehäfen. Auch in Dresden – für Cuxhaven geht es hier besonders um Papier, Spanplatten und Container – haben wir sowohl Bestandskunden als auch potenzielle Neukunden angetroffen. Bei allen drei Veranstaltungen hat sich auch DFDS Seaways präsentiert und jeweils ein Best-Practice-Beispiel über Cuxhaven in Zusammenhang mit der jeweiligen Wirtschaftsregion vorgetragen. Dazu gehörten Verladungen für die Bauindustrie, die Zusammenarbeit mit Schwergut-Speditionen oder der Papier-Industrie. Insgesamt haben die Bestandskunden es sehr positiv aufgenommen, dass wir uns im Hinterland präsentiert haben. Daher war diese Veranstaltungsreihe sicher nicht das letzte Mal, dass wir uns dort gezeigt haben. Im nächsten Jahr werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe wiederum andere Städte besucht, wo wir ebenfalls teilnehmen werden, aber wir werden auf jeden Fall auch einen Termin in der Region Berlin/Leipzig ansetzen.

Welche Potenziale und Perspektiven sehen Sie in den nächsten Jahren für den traditionellen Hafenumschlag für Cuxhaven?

Bezüglich der aus Cuxhaven heraus bedienten Short-Sea-Verkehre sehe ich momentan weniger neue geografische Märkte, sondern eher Ausbau und Verbreiterung der Kundschaft in den jeweiligen Quell- und Zielregionen. Für Cuxport speziell liegen Norwegen und England stark im Fokus unter Berücksichtigung der entsprechenden Vor- und Nachläufe mittels Bahn, Binnenschiff und Lkw. Und hier sind insbesondere massenhafte Stückgüter, vor allem Papier-, Stahl- und Holzprodukte, nach Norwegen oder nach England weiterhin von großem Interesse. Das heutige Liniengeschäft, welches überwiegend nordeuropäische Wirtschaftsräume verbindet, wird sich jedenfalls stabil weiterentwickeln.

Mit der Erweiterung des Hafens um den Liegeplatz 4, den Cuxport in Q1/2018 in Betrieb nehmen wird, wollen wir aber nicht nur das zukünftige Wachstum in den Bestandsgeschäften ermöglichen, sondern auch neue Geschäfte erschließen. Hierzu gehören sicher auch interkontinentale Warenströme, unter anderem natürlich auch die Projektladung.

Die Perspektive für den Hafen Cuxhaven allgemein, auch durch die Intensivierung der Offshore-Aktivitäten, ist daher deutlich positiv.


Welche aktuellen Projektladungen laufen in der Vorweihnachtszeit über die Terminals Cuxhavens? Gibt es bereits Termine, die Sie für das nächste Jahr im Kalender markiert haben?

Bereits seit mehreren Jahren läuft die Verladung von Standbuden für den Weihnachtsmarkt in Birmingham über Cuxhaven ab. Auch in diesem Jahr wurden diese Holzhütten, geladen auf Straßenaufliegern, wieder per RoRo über den Hafen verschifft. Außerdem haben wir einen Weihnachtsbaum nach Island für die Stadt Hafnarfjördur transportiert, die Partnerstadt von Cuxhaven. Dieser Baum wird jedes Jahr von der Stadt Cuxhaven gespendet und wird dann auf einem 40‘ Flatrack Container der Reederei Samskip nach Island transportiert.

Im nächsten Jahr werden wir im Juni gemeinsam mit Seaports auf die Offshore Wind Energy 2017 – ehemals EWEA Offshore – nach London fahren. Außerdem geht es im April auch wieder zur Breakbulk Europe in Antwerpen. Und natürlich steht die transport logistic in München ganz groß im Fokus. Hier erhoffen wir uns neben der Bestandspflege auch das Schließen neuer Kontakte.

 

 

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