Hafen Niedersachsen 2020: Anforderungen der Maritimen Wirtschaft werden sehr gut aufgenommen

Interview mit Hans-Peter Zint, Vorstandsvorsitzender der Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven

zint c cuxportHerr Zint, während des 26. Niedersächsischen Hafentags wurde das Perspektivpapier „Hafen Niedersachsen 2020“ vorgestellt. Inwieweit hat die Stellungnahme und der Input der Hafenwirtschaft auf das Papier Einfluss genommen?

Die Schwerpunkte des Perspektivpapiers liegen auf der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Häfen sowie auf den strategischen Zielen und Maßnahmen für ihre Weiterentwicklung. Darüber hinaus stehen Wachstumsmärkte, Wettbewerb und Kooperation der Häfen im Fokus. All diese Themen sind natürlich stark mit der Maritimen Wirtschaft verknüpft und wurden daher in enger Zusammenarbeit und im regen Austausch mit der Hafenwirtschaft an den einzelnen Standorten beleuchtet.

Die Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen pflegt auch im Namen der Vielzahl an Unternehmen an den einzelnen Hafenstandorten bereits seit mehreren Jahren den intensiven Kontakt mit dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Unter der Überschrift "Seehafen-Dialog" geht es dabei um allgemeine Fragestellungen der Maritimen Wirtschaft und insbesondere um Hafenthemen. Insofern lief die Einbeziehung der Hafenunternehmen für die Erstellung des Papiers sehr gut. Ich finde, dass die Voraussetzungen und die Anforderungen der Maritimen Wirtschaft in Bezug auf die Entwicklung des Hafens Niedersachsen sehr gut aufgenommen werden.

Ein Aspekt des Perspektivpapiers ist „Digital Shipping“ – die Verbesserung der Infrastruktur und Optimierung der digitalen Kommunikation zwischen Schiffen, Reedereien, Häfen und Kunden. Welche Anforderungen hat die Hafenwirtschaft in Cuxhaven diesbezüglich?

Die Digitalisierung der Häfen ist in Cuxhaven bereits weit vorangeschritten. Beispielsweise findet bereits im Automobilumschlag ein umfassender Online-Datenaustausch zwischen den Herstellern, den Umschlagterminals und den Reedereien statt. Ähnliches gilt im Bereich der Zollabwicklung. Der nächste Schritt für die digitale Entwicklung ist der Breitbandausbau in den Häfen. Dieser ist notwendig, um den zukünftig weiter zunehmenden Datenaustausch mit hoher Geschwindigkeit und auch der benötigten Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Im Fazit des Perspektivpapiers wird erklärt, dass Wirtschaftsministerium und Hafenwirtschaft gemeinsam Ideen zur verstärkten Kommunikation der Bedeutung der Seehäfen entwickeln. Gibt es auch von Seiten der einzelnen Häfen wie Cuxhaven bereits Pläne oder Entwicklungen in diese Richtung?

Die niedersächsischen Häfen, darunter auch Cuxhaven, legen viel Wert darauf, Verwaltung, Politik und die Abgeordneten auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Seehäfen hinzuweisen. Ziel ist es, so eine breite Unterstützung für Investitionen des Landes in die benötigte Hafeninfrastruktur aufzubauen. In den vergangenen Jahren hat dies bestens funktioniert und es gibt ein wachsendes Verständnis für die Anforderungen und Themen der Maritimen Wirtschaft sowie der Häfen. Gleichzeitig sind wir stets bestrebt, auf Augenhöhe die Zusammenarbeit mit Bremen und Hamburg zu erweitern.

Über die Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen findet im Laufe des Jahres eine Serie von Events statt, an denen auch Cuxhaven und die weiteren niedersächsischen Seehäfen beteiligt sind. Dazu zählt zum Beispiel auch die Veranstaltungsreihe „Hafen trifft Festland“. Die erste dieser Veranstaltungen fand vor kurzem in Köln statt. Die nächsten Termine sind in Bielefeld im Oktober und im November in Dresden. Diese Informations- und Networking-Events sollen zur weiteren Vernetzung der Häfen im Markt beitragen.

 

 

 

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