„Hier kann man Schifffahrt noch unmittelbar erleben!“

Interview mit Dr. Jenny Sarrazin, Leiterin des Wrack- und Fischereimuseums  „Windstärke 10“ in Cuxhaven

Dr. Sarrazin, in seiner heutigen Form besteht das Wrack- und Fischereimuseum „Windstärke 10“  seit 2013. Wie schätzen Sie die Entwicklung und das Interesse für das Museum ein?

In den ersten beiden Jahren haben jeweils knapp 50.000 Menschen unser Museum besucht. Das ist schon mal ein schöner Erfolg, um darauf aufzubauen. Worüber wir uns aber noch mehr gefreut haben, war die positive Resonanz, die wir immer wieder von unseren Gästen bekommen. Bei einer Besucherbefragung im letzten Jahr haben uns über 90 Prozent bescheinigt, dass es ihnen bei uns sehr gut oder gut gefallen hat. Darunter waren auch viele Kinder, für die wir ja auch ganz besondere Angebote vorhalten.

Das Museum richtet den Fokus vieler Ausstellungen auf ein kinder- und familienfreundliches Erlebnis. Welchen Beitrag kann das Museum leisten, um kommende Generationen für die Fischerei- und Schifffahrts-Berufe zu begeistern?

Cuxhaven ist durch die Fischerei groß geworden. Trotzdem spielt der Fisch im Selbstverständnis gerade auch der jungen Cuxhavener heute nur eine geringe Rolle. Ich glaube, dass „Windstärke 10“ einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, dieses Stück verloren gegangene Identität wieder in den Fokus zu rücken. Und damit die Basis dafür zu legen, dass Seefahrtsberufe für die jungen Leute wieder eine interessante Option werden.

Sturm, Schiffsuntergang und Seenotrettung sind zentrale Themen in Ihrem Museum. Was macht Cuxhaven zu dem Ort, um die Geschichte und Entwicklungen der Seenotrettung zu erzählen?

Wir haben wirklich unglaublich spannende Themen! Die Geschichten von Seenot und Rettung sind natürlich Dramatik pur. Aber auch die Arbeitsbedingungen in der Großen Hochseefischerei auf den alten Seitenfängern waren extrem.

Unser Museum vereinigt baulich zwei ehemalige Fischpackhallen mit einer modernen Mittelhalle. Unsere Ausstellung hat damit einen authentischen Ort, der sehr attraktiv ist. Wir liegen zudem mitten im Hafengebiet, fast direkt am Wasser. Hier kann man Schifffahrt noch unmittelbar erleben. Und sich leicht vorstellen, wie rau es draußen sein kann, wenn es ordentlich weht!

Welche Pläne gibt es für die zukünftige Entwicklung des Museums?

Wir sind gut gestartet, aber wir müssen natürlich dafür sorgen, dass unser Museum auch attraktiv bleibt. Wir werden also nicht nur spannende Sonderausstellungen anbieten, sondern auch unsere ständige Ausstellung immer wieder ergänzen bzw. an die aktuellen Entwicklungen anpassen. Ganz wichtig – und zwar nicht nur für Kinder – sind dabei interaktive Angebote. Der Museumsbesuch soll schließlich Spaß machen!

 

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