„Potenziale, die ausgeschöpft werden müssen“

Interview mit Enak Ferlemann, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium

copyright: Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im BundesverkehrsministeriumHerr Ferlemann, der Infrastrukturausbau ist zurzeit ein bundesweit wahrgenommenes Thema. Welchen Stellenwert nimmt für Sie der Ausbau des Hafens in Cuxhaven ein?

Natürlich gibt es viele Projekte, die regional oder sogar bundesweit Priorität zugewiesen bekommen – doch es ist auch klar, dass nicht alle Projekte gleichzeitig umgesetzt werden können. Trotzdem ist der Hafenausbau in Cuxhaven sehr wichtig, sowohl für den Offshore-Basishafen als auch den Standort allgemein. Die rot-grüne Landesregierung braucht hier zurzeit viel zu lang für die Umsetzung des Projektes.

Welche Bedeutung hat der Ausbau der Hinterlandanbindungen für Seehäfen?

Eine überragende Bedeutung! Dies hat auch die im Mai veröffentlichte Studie der IHK Nord bestätigt, aus der hervorgeht, dass die Entwicklung des Außenhandels und der norddeutschen Seehäfen nicht nur für die unmittelbar angrenzenden Regionen Relevanz hat, sondern für ganz Deutschland. Deshalb müssen die Hinterlandanbindungen der Häfen funktionieren, sodass wir keine Ladung an die ZARA- oder Mittelmeerhäfen verlieren. Ich denke, der Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt diese Infrastrukturmaßnahmen bereits sehr gut. Der nächste Schritt wird die Anpassung und Reform der Planungsregelungen sein, damit die Projekte schneller umgesetzt werden können.

Sie sind vor kurzem auch vom CDU-Bezirksverband Elbe-Weser erneut zum Bezirksvorsitzenden gewählt worden. Welche Themen oder Projekte stehen für Sie – auch in Ihrer regionalen Position – 2015 ganz oben auf der Liste?

Als Bezirksvorsitzender habe ich mich bereits für die Aufnahme des Baus der Küstenautobahn A20 in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans ausgesprochen. Der Bau dieser Autobahn – wie auch der Projekte A26 und B73 – stehen für mich in diesem Jahr an oberster Stelle.

Weiterhin müssen auch der Bau des Liegeplatzes 4 sowie der spätere Lückenschluss der Liegeplätze 5 bis 7 voranschreiten. Außerdem möchte ich mich für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Cuxhaven-Stade einsetzen.

Gemäß der Seehafenverkehrsprognose 2030 wird sich der Umschlag im Hafen Cuxhaven um 3,3 Prozent pro Jahr erhöhen – diese Entwicklung muss zwingend durch einen Ausbau der Hafenanlagen begleitet werden, da sonst der Hafen bald an seine Kapazitätsgrenze stoßen wird. Der Hafen Cuxhaven bietet sowohl als Offshore-Basishafen als auch für die allgemeine Hafenwirtschaft ideale Potenziale, die ausgeschöpft werden müssen.

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