Interview Sören Wulf, Vorstandsmitglied der HWG und Geschäftsführer der Otto Wulf GmbH & Co. KG.

Herr Wulf, die Offshore-Industrie macht eine schwierige Phase durch. Was merken Sie davon?

Sören Wulf: Genau wie zahlreiche andere norddeutsche Unternehmen haben wir viel in den Offshore-Bereich investiert. Wir glauben zwar an den Markt, doch die Politik muss dringend handeln. Von der neuen Bundesregierung erwarten wir, wie übrigens viele andere Firmen der Branche, dass sie sich stärker für die Offshore-Branche engagiert, neue Investitionsanreize schafft und für eine zügige Umsetzung der energiepolitischen Neuorientierung sorgt. Natürlich ist es momentan nicht einfach, dennoch glauben wir fest daran, dass die Energiewende eine Chance für den Norden ist und wir sind uns sicher, auch in Zukunft verstärkt im Offshore-Sektor tätig sein zu können.

Welche Projekte sind denn momentan am wichtigsten für Ihre Auftragsbücher?

Es gibt vielfältige Projekte, an denen wir zurzeit arbeiten. So beliefern wir beispielsweise Umspannstationen von verschiedenen Windparkanlagen mit Diesel, damit die Anlagen von noch nicht ans Netz angebundenen Windparks in Betrieb gehalten, gekühlt und vor Rost geschützt werden. Hierzu gehören zum Beispiel „Riffgat“ von EWE und „Borkum West II“ von Trianel. Zudem konnten wir gerade eine unserer Einheiten für einen mittelfristigen Zeitraum an ein holländisches Bauunternehmen verchartern und werden zukünftig regelmäßig Rotorblätter von Windkraftanlagen von Stade nach Wilhelmshaven transportieren. Jedoch ist und bleibt auch unser „Kerngeschäft“, die Schleppassistenzen im Cuxhavener Hafen, weiterhin von großer Bedeutung für uns.

Was muss nach Ihrer Meinung als nächstes am Standort passieren?

Ganz klar – es muss endlich mit dem Bau des Liegeplatzes 4 begonnen werden. Durch die komplette Auslastung des Mehrzweckterminals ist ein weiteres Umschlagswachstum nur mit zusätzlichen Flächen – wie eben durch den Bau von Liegeplatz 4 – möglich. Wir mussten für bestimmte Transporte schon Kunden vertrösten, weil keine zusätzlichen Umschlagskapazitäten am Standort vorhanden waren. Hier muss etwas passieren. Das trifft ja schließlich nicht nur die Unternehmen, die im Offshore-Bereich engagiert sind, sondern alle Firmen vor Ort, von Autoverladungen bis zum Containerumschlag.

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